Kommunikation – die schwierigste Hauptsache der Welt. Wenn es gut läuft, denken wir kaum darüber nach. Wenn es schlecht läuft, verstehen wir die Welt nicht mehr. Der Chef, der sich wundert, wie es sein kann, dass er "A" sagt, aber offenbar "B", "C" oder gar kein Buchstabe ankommt. Die Kollegin, die sich wundert, warum alle "immer gleich so aggressiv" reagieren, wenn sie etwas sagt. Das Team, dem vor lauter Nettigkeit das Lächeln allmählich einfriert, und die Arbeitsgruppe, die sich ständig in alten und neuen Kriegsschauplätzen verliert. 

 

Einige von vielen Aspekten, die Kommunikation kompliziert machen:

 

1. Wir verwechseln Wahrnehmungen mit Beobachtungen. Eine Wahrnehmung ist gefärbt von Interpretationen, Wunschdenken, Werturteilen und sehr persönlichen Annahmen. Eine Beobachtung ist das, was jeder andere Mensch von außen und ohne jede Vorkenntnis auch sehen würde. 

 

2. Wir halten unsere Wahrnehmungen für die Wahrheit. Und diese Überzeugung ist uns heilig. 

 

3. Wir sind beim Reden nicht beim anderen, sondern bei uns: Was sage ich als nächstes, welche Lösung kann ich anbieten, kenne ich das Problem, wie bewerte ich das Gehörte? 

 

4. Wir benutzen Kommunikation als Schutzschild. Wir drücken uns zu vage aus, weil wir Angst haben, der andere macht sonst nicht, was wir wollen. Wir sagen ja, obwohl wir nein meinen, weil wir uns nicht sicher sind, wie belastbar die Beziehung wirklich ist. Wir schlucken den Ärger runter, weil wir uns den Konflikt nicht zutrauen. Das macht unsere Botschaften doppelbödig und für andere mitunter schwer zu entschlüsseln.

 

4. Wir haben keine Ahnung, wie wir auf andere wirken. Dabei hat diese Wirkung großen Einfluss auf den Gesprächsverlauf.

 

Meine Aufgabe in einem Kommunikationstraining hängt von der klaren Zielsetzung ab, die ich gemeinsam mit meinen Auftraggebern erarbeite. Aber meiner Erfahrung nach spielen diese vier Aspekte immer eine mehr oder weniger große Rolle. Also wird im Training geübt und auf sich geschaut und auf die anderen geschaut. Nein, nicht im Rollenspiel. Wir bringen alle ausreichend Material in den Workshop mit – uns selbst.