"Kooperationen scheitern meist nicht am mangelnden Willen zur Zusammenarbeit, sondern an der Unfähigkeit, eigene Schwächen zu erkennen und ergänzende fremde Stärken zuzulassen."*

 

Teammitglieder verbringen viel Zeit miteinander –was bereits eine menschliche Herausforderung darstellt – und ihr Kooperationsvermögen (oder Unvermögen) zeigt sich früher oder später im Arbeitsergebnis. Meist sind es zwei Gründe, warum Teams eine professionelle Teamentwicklung in Anspruch nehmen wollen: Die Zusammenarbeit macht keinen Spaß mehr (oder zumindest nicht so viel, wie sie machen könnte), und die Leistung des Teams lässt nach. Zuerst kaum merklich, aber langfristig nicht mehr übersehbar. Erste Anzeichen sind nachlassende Kundenzufriedenheit, Reibungsverlusten in Bezug auf Arbeitsprozesse, Unzufriedenheit und Frust von Mitarbeitern und Vorgesetzten, Fluktuation, ständig wiederkehrende Konfliktmuster. Alles nicht schön. Und da ist es an der Zeit, die Arbeitsroutine kurz zu unterbrechen und einen  

 

 

liebevoll kritischen Blick auf sich selbst zu werfen – als Team und als einzelner in seiner besonderen Rolle und Funktion für die Gemeinschaft. Mit etwas Abstand werden dann schnell Kommunikations- und Handlungsmuster deutlich, die sich irgendwann eingeschlichen und sich schließlich verselbstständigt haben: Keiner im Team hat mehr den nötigen Abstand, einen unbefangenen Blick darauf zu werfen – oft weil schon zu viele Emotionen mit drin stecken und alle viel zu viel damit zu tun haben, die "Schuld" beim anderen zu suchen und die Verantwortung weit von sich zu schieben. 

 

Ich sehe meine Aufgabe darin, einem Team zunächst wieder etwas mehr Unbefangenheit, Leichtigkeit und Abstand zum üblichen Teamgeschehen zu verschaffen. Das ist die Voraussetzung dafür, wenig konstruktive Umgangsweisen überhaupt zu erkennen und gemeinsam neue Ansätze zu erarbeiten und auszuprobieren, die ein fröhliches, effizientes und vertrauensvolles Miteinander wieder möglich machen. 

* © Peter Sereinigg (*1955), österreichischer Unternehmensberater